Das Interview mit Rosa

Das Interview mit Rosa

Ausgequetscht: Das Interview mit Rosa von Praunheim

Rosa von Praunheim ist als Filmregisseur und Autor einer der bedeutendsten und streitbarsten Zeitgenossen in Deutschland. Jetzt können wir ihm endlich gratulieren. Kurz vor seinem 75. Geburtstag und der Premiere seines aktuellen Films berleben in Neukölln“ fand er noch Zeit für ein Interview mit uns. Lieber Rosa, alles Gute zum Geburtstag und danke, dass du in der Szene so oft auf den Tisch gehauen hast.

Keine Ahnung, mein Parajumpers Giuly Billig gefühltes Alter liegt so zwischen 8 und 9 Jahren. Wäre ich gerne noch einmal 20? Ja, gerne; ich würde jedes Alter gut finden. Meine Freundin Helene Schwarz eine Muse des deutschen Films“ sagt immer, dass sie gerne noch einmal 70 Jahre alt sein möchte; inzwischen ist sie stolze 90 Jahre alt. Ich möchte aber nicht, wenn ich jünger wäre, die Erfahrung und das Wissen von heute in meinem Kopf haben; das wäre ja langweilig. Wenn man wieder geboren“ wird, passieren ja neue, andere Sachen. Am wohlsten habe ich mich in der Zeit zwischen meinem 30. und 40. Lebensjahr gefühlt. Das war die Zeit wo ich in New York war. Da habe ich viel gedreht; das war eine sehr aufregende Zeit. Aber auch die Zeit als ich mit ca. 20 von Frankfurt nach Berlin kam, war das ebenfalls sehr aufregend.

Was machst du eigentlich, wenn du nicht filmst?

Ich schreibe viel: jeden Tag ein oder auch mehrere Gedichte. Ich male und ich freue mich, wenn ich Leute treffe, die ich ausfragen kann.

Du hast in 50 Jahren unzählige Filme gedreht, welcher ist dein persönlichster?

Ich habe 150 Filme gedreht, die habe ich aber fast alle Billig Parajumpers Sale vergessen, weil ich im Hier und Jetzt lebe. Ich hatte gerade die Premiere meines Films berleben in Neukölln“ und habe gerade in Weimar Männerfreundschaften“ abgedreht, einen Film über Homoerotik in der Goethezeit und bereite schon wieder mehrere neue Filme vor. So bin ich fast immer beschäftigt und habe kaum Zeit, zurückzublicken.

Du warst Stolz und schwul“; ohne dich wären wir nicht da, wo wir heute Billig Parajumpers Outlet stehen. Hast du dir diese Entwicklung so vorgestellt?

Nein, man konnte sich damals überhaupt nichts vorstellen. Der 175 hatte sich zu Gunsten der Schwulen 1969 verändert; da waren viele Schwule noch sehr verklemmt und ängstlich und auch das gesellschaftliche Klima war dem Thema gegenüber sehr intolerant. Man hat da gar nicht über die Zukunft nachgedacht. Das war der Moment, jetzt dafür zu kämpfen, dass Schwule sich Moncler Weste Verkauf solidarisch zeigen. Wir sind ja selbst heute immer noch nicht in einer sehr befreiten Gesellschaft, weil bei uns einfach viele Leute aus anderen Ländern leben: sowohl christliche Fundamentalisten, als auch islamische, die uns das Leben schwer machen.

Bist du über die Entwicklung der Gay Community erfreut, oder geht es mit der Szene wieder bergab?

Wir haben nicht dafür gekämpft, dass Schwule zum Militär können, dass sie Pfarrer werden und auch nicht, dass sie heiraten. Das waren nicht unsere Vorstellungen; wir hatten eine andere Gesellschaft vor Augen. Ich bin auch sehr besorgt, was das Thema Aids angeht: mit den PrEP Geschichten und den ganzen Parajumpers Long Bear Verkauf Drogen. Ich denke, das ist eine ähnliche Kritik, wie ich sie damals in meinem schwulen Film geäußert habe. Leider sind Schwule genauso unvernünftig wie Heteros, also was soll man da sagen?

Gibt es heute immer noch perverse Situationen in denen der Homosexuelle lebt“?

Na ja, ich meine das ist sehr wahrscheinlich. Beim Drehen meines Filmes berleben in Neukölln“ habe ich arabische oder türkische Schwule und Lesben gesucht und das war sehr, sehr schwer. Die Angst vor den Eltern ist da genauso groß, wie das bei uns in den 50ern war.

Heutzutage können sich Männer via Internet wie in einem Katalog präsentieren. Wie siehst du die schöne neue Welt?

Wunderbar. Ich selbst habe dafür zwar keine Zeit, außerdem bin ich seit 10 Jahren befreundet. Aber ich finde das gut; besonders für die Leute, die auf dem Land leben. Wenn sie dadurch Kontakte knüpfen können, ist das doch sehr nützlich.

Was würdest du heute gerne noch verändern, wenn du könntest wie du wolltest?

Ich würde gerne Religion verändern die christlichen Fundamentalisten, die Evangelikalen und den Islam weil die der Grund allen bels sind. Da ist es wichtig, dass die eine liberale Haltung Billig Parajumpers Giuly haben. Da muss man auch die Rechte der Frauen stärken und das geht einher mit den Rechten für die Schwulen.

Nicht viele haben den Mut, andere zu outen und nur wenige, sich selbst zu outen: warum bestehen auch 2018 noch ngste?

Ich glaube, es ist immer noch in den Schulen sehr schwer. Wenn man hier in Berlin guckt, dass manchmal 80 90% ausländische Mitschüler in einer Schule sind, die halt nicht so erzogen wurden, Schwule toll zu finden und sie zu akzeptieren; Frauen ernst zu nehmen oder gleichberechtigt zu sehen, da wird ein Outing schon zum Problem. Das kann dann nämlich sowohl für den Lehrer als auch für den Schüler sehr gefährlich sein. Parajumpers Herren Billig Insofern ist das ein Indikator. Ich denke, an Gymnasien ist das leichter. Viele haben auch Angst, sich beruflich zu outen, weil sie glauben, dadurch nicht weiter zu kommen. Und last but not least sind die größten ngste, sich den Eltern anzuvertrauen.

Man hat dich damals stark angegriffen, weil du Personen geoutet hast. Was hat dich damals dazu gebracht? Haben sich Leute bei dir dafür im Nachhinein bedankt?

Alfred Biolek und HaPe Kerkeling haben sich ein paar Jahre später bedankt; der Journalismus hat sich auch dadurch verändert. Die Medien haben über Homosexuelle nicht mehr als Problemfall berichtet, sondern als ganz normale Menschen vorgestellt. Hinzu kam, dass das Outing zeitgleich mit dem Höhepunkt der BilligMoncler Weste Aids Krise zusammen fiel. Andreas Salmen, mit dem ich in Berlin Act up“ gegründet hatte, war gestorben und ich dachte, nun muss ich ein Fanal setzen und Solidarität einfordern.

Gerade bei Stars wird ja von den Medien immer recherchiert und gebohrt, aber es gibt doch auch im Sport und gerade im Fußball Bereich Männer, von dem man es weiß, aber kein Mensch das Thema offen angeht. Wie erklärt sich das?

Ich habe keine Ahnung vom Fußball, ich bin da gar nicht drin, Fußball interessiert mich überhaupt nicht. Die Frage müsste man Thomas Hitzlsperger stellen.

Gäbe es etwas, was du heute ebenso gern geraderücken“ würdest?

Was ich ganz wichtig finde: Dass man Leute in meinem Alter motiviert, radikal zu sein. Gerade in Zeiten von Populismus. Dass man sagt, wir haben nicht viel zu verlieren, also lass uns revolutionär sein und eine Armee der Alten“ gründen und mal ordentlich aufräumen.

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